Hannover ab 1636

Mit dem Verfall der Hanse seit Beginn des 17.Jh. verlor auch Hannover an Bedeutung. Im Jahre 1636, Mitten im dreissigjährigen Krieg machte gegen den Willen des Rates Herzog Georg von Calenberg die gut befestigte Stadt zu seiner Residenz. Die Stadt verliert ihre Selbständigkeit, erlebt aber als Fürstentum eine erneute Blüte. Die Herzöge wurden zu Kurfürsten erhoben, und die Stadt erlebte eine rege Bautätigkeit und geistiges Leben. Oper und Schauspielhaus entstanden, eine Bibliothek wurde gegründet. Das Schloss Herrenhausen und der Grosse Garten Herrenhausen entstanden. Die Befestigungsanlagen wurden verstärkt und bestimmten für lange Zeit das Stadtbild.

König von England

1714 war dann ein einschneidendes Jahr: Kurfürst Georg Ludwig wird als Georg I. in Personalunion König von England und Hannover. Er verlässt Hannover mit dem gesamten Hofstaat, und sowohl er als auch seine Nachfolger besuchten die Stadt so gut wie nicht mehr, obwohl die Stadt noch unter seiner Herrschaft stand. Das für 80 Jahre von Hof und Adel bestimmte gesellschaftliche Leben vollzog den Wandel zu einer mehr bürgerlichen Ordnung. Besonders gegen Ende des 18.Jh entfaltete sich reges geistiges und kulturelles Leben. Dies war die Zeit der Aufklärung, als vormals religiös und feudal dominierte Gesellschaften sich mehr und mehr nach Verstand und der Vernunft, Wissenschaft und Philosophie ausrichteten. In mehreren Ländern wurden Monarchien abgeschafft und die ersten demokratischen Verfassungen entstanden in Frankreich, Polen und den USA.

Es wird eng in der Stadt

Diese geistige Strömung und die Tatsache, dass es innerhalb der Stadtbefestigung mit mittlerweile 17.000 Einwohnern eng geworden war, liess das Bedürfnis nach einem Umbau der Stadt lautwerden. Die Befestigung, nicht mehr so sehr benötigt, wurde Stück für Stück abgetragen, viele mittelalterliche Gebäude wurden abgerissen und durch modernere, grosszügigere, ersetzt. Gärten wurden angelegt, Gräben zugeschüttet.

Hannover blieb aber noch recht lange ein Königreich - 1837 wurde die Personalunion in der königlichen Herrschaft über England und Hannover aufgelöst. Hannover erhielt einen eigenen König, Ernst August, den I., vormals Herzog von Cumberland. Ernst August war ein unbeliebter Herrscher, er hob als erstes Amtsgeschäft die relativ freiheitliche Verfassung der Stadt wieder auf. Unter seiner Herrschaft bestimmte der Hofbaumeister Georg Friedrich Laves die bauliche Entwicklung der Stadt. Mit Weitsicht und baumeisterlichem Können legte er die Grundlagen für eine planvolle Entwicklung der Stadt. Von besonderer Bedeutung war die Anlage eines Bahnhofes. Der hannnoversche Bahnhof war der erste Durchgangsbahnhof in einer grösseren Stadt in Deutschland und wurde 1847 fertiggestellt.