Hannovers Historie

Ab 1000 n.Chr.

Im allgemeinen wird angenommen, dass der Name „Hannover“ von „Am hohen Ufer“ abgeleitet ist. Jedoch war das Ufer der Leine in Hannover gar nicht hoch, insofern wird dies mittlerweile als Irrtum abgetan. Das Leineufer war in Hannover sogar besonders flach, wie wir noch sehen werden. Die Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt. Nach neueren Untersuchungen erscheint es wesentlich wahrscheinlicher, dass der Name eher „Schilfufer“ bedeutet, aus den dem altdeutschen „Han“ für Schilf und „overen“ für Ufer.

Eine Flussenge als Chance

Gemeint ist das Ufer der Leine: sonst ein reicht breiter Fluss, verengte sie sich in Hannover stark. Dies begünstigte einen Flussübergang an dieser Stelle. Es konnten sich die beiden Fernstrassen Hildesheim-Bremen und Frankfurt-Hamburg hier treffen und die Strasse von Frankfurt nach Hamburg den Fluss überqueren. Ab hier war die Leine schiffbar. Zudem boten die im Süden und Westen zahlreich vorhandenen Wasserläufe und Kolke (Vertiefungen in einem Flussbett bzw. Wasseransammlung im Moor) sowie sumpfiges Gelände im Osten guten Schutz gegen Angreifer. Weiterhin trafen das wellige Mittelgebirgs-Vorland mit seinen fruchtbaren Lößböden im Süden und die Norddeutsche Tiefebene mit mageren Böden, Heide und Moor hier aufeinander. Dies begünstigte, dass diese beiden sehr verschiedenen Landschaften in Hannover auf dem Markt ihre Waren austauschten.

Nachweise über das Vorhandensein dieser Marktsiedlung gibt es schon um das Jahr 1000. Die Siedlung entwickelte sich im Mittelalter prächtig. Die Stadt wurde durch den Handel wohlhabend, trat der Hanse bei und erwarb das Münzrecht. Im 16.Jh. hatte Hannover ca. 5000 Einwohner, sie war selbständige Stadt ohne Bindung an irgendwelche Fürstentümer. Umfangreiche Befestigungsanlagen inklusive breitem Wassergraben und mehrere grosse Kirchen, darunter die Marktkirche, entstanden.