Herrenhäuser Gärten

Die berühmten Barockgärten Hannovers – die richtige Bezeichnung lautet eigentlich „Grosser Garten“. 1714 in seiner heutigen Form gebaut, wird die kunstvolle Anlage von der Stadt mit viel Aufwand instandgehalten. Im vorderen Teil befindet sich ein offener Bereich, „grosses Parterre“ genannt. Durch Hecken abgetrennt sind viele kleine Sonderbereiche, wie ein Hecken-Irrgarten, das Garten-Theater und kleinen Sondergärten. Alles ist wie bei Barockgärten üblich geometrisch angelegt, Wege treffen sich rechtwinklig oder in Sternform. Die ganze Form ist so in Rechtecke und Quadrate aufgeteilt. Überall bilden beschnittene Sträucher, Bäume und passend angelegte Blumenbeete kunstvolle Ornamente. An verschiedenen Stellen befinden sich Wasserfontänen, und das besondere Highlight ist die „grosse Fontäne“. Diese schleudert das Wasser bis zu 80m hoch.

Es finden verschiedene zu den Gärten passende Veranstaltungen statt: das „kleine Fest im Grossen Garten“ ist ein Kleinkunstfest mit vielen über den Garten verteilten Bühnen. Beim alljährlich stattfindenen Feuerwerkswettbewerb werden zu Musikbegleitung im Garten besonders ausgefeilte Feuerwerke abgebrannt, die in einem Wettbewerb jeweils von verschiedenen Nationen gestaltet werden. Ein besonderes Highlight im Garten-Theater ist seit 2003 eine durch Heinz-Rudolf Kunze aufgefrischte Version von Shakespeares Sommernachtstraum. Kunze hat daraus ein modernes Musical gemacht, das jedes Jahr viele Besucher anzieht.

Historisches

Die erste Vorform des Grossen Gartens wurde 1638 von Herzog Georg von Calenberg angelegt. Die Gebäude und der Garten wurden unter nachfolgenden Fürsten immer mehr erweitert. Am nördlichen Ende entstand das Herrenhäuser Schloss sowie einige weitere Gebäude. 1714 hatte der Garten dann seine heutige Form und Grösse erreicht.

Die grosse Fontäne war hierbei eine besondere Herausforderung, verschiedene Baumeister versuchten sich daran, bis endlich 1721 mit Wasser aus der Leine und einem ausgefeilten Pumpwerks eine Fontänenhöhe von 36m erreicht wurde. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage von den jeweiligen Fürsten teilweise nicht gepflegt und verwahrloste, je nachdem ob sie Hannover als ihren Herrschaftssitz gewählt hatten. Allerdings blieb der Garten dadurch alsBarockgarten erhalten, da viele dieser Gärten entsprechend einer Mode im 19.Jahrdundert in Landschaftsgärten umgebaut wurden. Durch das Desinteresse blieb dies dem Grossen Garten erspart.

1936 kaufte die Stadt Hannover den Garten, setzte ihn wieder in Stand und gestaltete ihn teilweise um. Durch den zweiten Weltkrieg wurde viel von der Restaurierung zunichte gemacht, auch wurde das Herrenhäuser Schloss vollständig zerstört.

Das Schloss wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut, und eine endgültige Restaurierung der Gärten war erst 1966 abgeschlossen. Hierbei wurde die erhalten gebliebenen Schlosstreppe weiter nach vorne an den Beginn des „Grossen Parterre“ versetzt.

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