Maschsee

Mitten in Hannover gelegen und doch Naherholungsziel Nr.1 prägt er das Stadtbild entscheidend. Hier konzentrieren sich alle Arten von Freizeitaktivitäten. Jogger und Inlinerfaherer umrunden ihn, Leute gehen gerne daran spazieren. Per Tret- Ruder- oder Segelboot sticht man in See. Im Sommer findet über mehrere Wochen das Maschseefest statt, das mit Musik, Gastronomie und anderen Attraktionen ein äusserst vielfältiges Programm bietet.

Eindrucksvoll sind auch die Karpfen von enormer Grösse, die man am Nordufer oft mit blossem Auge beobachten kann. Es finden Drachenboot- und Triathlonwettbewerbe statt, deren Schwimmetappe auf dem Maschsee ausgetragen wird. Die vier Ufer des Maschsees sind jeweils verschieden: das Nordufer mit der schicken Promenade ist die representativste, die auch für die meisten Veranstaltungen genutzt wird. Die langen Ost- und Westufer laden zum Spazierengehen oder Umrunden auf Räderen ein. Und an der Südseite findet sich das Maschseebad mit Sandstrand. Das Westufer folgt im Wesentlichen dem Lauf der Leine, während das Ostufer ziemlich schnurgerade der Uferstrasse folgt.

Die Maschseeflotte der Üstra fährt von April bis Oktober, zu den normalen Booten hat sich 19xx auch der schicke Solarkatamaran „MS Europa-Enercity“ gesellt, das mit Solarenergie fährt und in futuristischer Form weitestgehend aus Glas gebaut ist. Die Boote lassen sich auch für eine Party auf dem Wasser mieten. Mit 2,4 km Länge und bis zu 530m Breite hat der Maschsee eine enorme Grösse. Da er künstlich angelegt wurde, hat er allerdings nuer eine geringe Tiefe von 2m.

Historisches

An der Stelle des heutigen Maschsees befanden sich früher die Maschwiesen, Feuchwiesen, die zur Bebauung nicht geeignet waren und als Viehweide genutzt wurden. Häufig war das Gebiet überschwemmt. Nachdem mit dem Rathausneubau im vordersten Teil der Masch der Anfang gemacht war, war die Idee der Stadtverwaltung, das Gebiet zu einem Volkspark auszubauen. Seit dieser Zeit konkurrierten der Parkgedanke mit Plänen für einen See, den der 1904 gegründete Maschseeverein vertrat. Vor allem die Rudervereine waren starke Befürworter. Jedoch kam es aus Geldmangel und bautechnischen Unwägbarkeiten nicht zu einer Umsetzung. 1925 wurde Dr. Artur Menge Oberbürgermeister, der ein Befürworter des Seeprojektes war. Doch die Weltwirtschaftskrise machte auch ihm einen Strich durch die Rechnung.

Die enorme Arbeitslosigkeit Anfang der dreissiger Jahre eröffnete eine neue Möglichkeit. Die Regierung hatte per Gesetz die Schaffung von Arbeitsbeschaffungsmassnahmen beschlossen. Duch grossen Einsatz und geschickte Argumentation konnte Menge die Finanzierung als Notstandsmassnahme der Regierung sicherstellen. 1934 wurde mit dem Bau begonnen. Die Arbeiter waren mit bis zu 1650 Mann überwiegend Arbeitslose. Obwohl es damals durchaus Baumaschinen gab, war festgelegt worden, dass die Arbeit fast ausschliesslich von Hand zu erfolgen hatte. Die Arbeiter mussten sogar ihr Werkzeug selber mitbringen, und wenn eine Schaufel abbrach, mussten sie sie selber bezahlen. Die Bezahlung war zudem so schlecht, dass sie nach Abzug von Aufwendungen unterhalb der Arbeitlosenhilfe lag. Dennoch hielten die Männer durch – es war wohl immer noch besser als gar keine Arbeit.