Der Zoo Hannover bleibt sich treu

Herrmann Schläger, ein Mann mit Verbindungen im Hannover der itte des 19. Jahrhunderts, verfolgte die Gründung eines Zoos in der noch-nicht-ganz preussischen Provizhauptstadt. Inspiriert durch einen Besuch im Frankfurter Zoo, war er Feuer und Flamme. Mit sinen Kontakten zu finanzstarken und entscheidungsbefugten Männern, gelang es ihm, die Gründung einer ktiengesellschaft anzuschieben. Los ging es mit zwei Bären, die zunächst notuntegebracht werden mussten. Doch schon bald konnte der Zoo auf dem auch heute noch aktuellen Areal 1863 an den Start gehe. Auch durch grosse Publikumsresonanz getragen, wuchs der Zoo schnell bis zum ersten Weltkrie und hatte viele, vorzugsweise exotische Tierarten zu bieten. Das Publikum des ausgehenden 19. Jahrhunders war sehr schaulustig (oder soll man sagen sensationsgeil?). Nach zweimaliger Zerstörung in den Kriegen, Wechsel in Privatbesitz und zurück in die städtische Hand 1972 ist der Zoo seit 1994 in einer Mischform verwaltet: eine GmbH im Besitz des Grossraumes Hannover. Geführt wird er aber klar wie ein Wirtschaftsunternehmen.Das zukunftsorientierte Marketingkonzept geht voll auf: wenn ein neues Elefantenbaby geboren wird, ist das eine stadtweite Attraktion, die am Anfang tagelang die Medien beherrscht. Insofern ist der Hannoveraner Zoo seinen Wurzeln treu geblieben und noch nie etwas für Langweiler gewesen.