Limmerstrasse

Die Limmerstrasse kann wohl ohne Übertreibung als das Herz von Linden (-Nord) bezeichnet werden. Sie vereint einige Besonderheiten, die man so vielleicht noch beim Engelbosteler Damm findet. Als Geschäftsstrasse und „Kneipenzentrum“ ist sie von besonderer Lebendigkeit. Auffällig ist, dass sich hier einige Kleidergeschäfte halten können, während diese in anderen Stadtteilen der übermächtigen Konkurrenz in der City nicht standhalten konnten und nur sehr wenige überlebt haben. Die Tendenz des Lindeners, seinen Stadtteil als abgeschlossenen Lebensraum zu sehen, drückt sich darin aus, dass man auf der Limmerstrasse quasi alles kaufen kann: es gibt ein breiteres Angebot als auf anderen Geschäftsstrassen.

Nährboden für Merkantile Kultur

Durch die nicht so hohen Mieten können sich auch kleinere Geschäfte halten. Wochentags bis Sonntags gibt es immer Leben auf der Strasse, was sicherlich durch den hohen Ausländeranteil begünstigt wird. Mit der Nähe zu Faust, Chez Heinz und Glocksee sind am Wochenende auch nachts immer junge Leute unterwegs. Die enorme Dichte an Dönerbuden und anderen „Fast-Food“ Angeboten wird höchstens am Steintor getoppt. Man findet hier halt das typische „Lindener“ Lebensgefühl, das sich vom allgemein „Hannoverschen“ noch einmal unterscheidet. Manche sprechen gerne von „Klein Berlin“.

Das Leben geht etwas langsamer als anderswo in Hannover - auch nichtstun ist mal O.K. Sogar die Bettler vor dem Supermarkt wirken weniger agressiv als z.B. in der City - sie sind akzeptiert. Die tolerante Atmosphäre lässt viel Raum für Individualisten. So leben dann auch viele Künstler in Linden, die Ateliers im Faust e.V. bieten Platz. Das Image, sozialer Brennpunkt zu sein, das Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts und auch noch lange nach dem zweiten Weltkrieg durchaus stimmte, ist Linden nie losgeworden. Doch der Wandel hat sich ähnlich wie in Berlin-Kreuzberg schon lange vollzogen: es gibt viele junge Leute mit Kindern, es ist bürgerlicher geworden.

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